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Presseberichte

Hier finden Sie einige Berichte, die über die Tierherberge erschienen sind. Die Berichte stammen aus Zeitungen wie dem Darmstädter Echo oder aus Online-Medien.

Zeitungsberichtcfi | 13.03.2013

Offenbach-Post (12.03.2013)

Tierherberge: Raus aus dem Hamsterrad der Auflagen

„Die Tierherberge ist super-wichtig, warum setzt sich keiner in der Politik für sie ein?“, fragt Stammgast Jasmin (rechts). Dem Vorstand des Tier-Rettungs-Dienstes Frankfurt um Petra Franci und den knapp 70 Vierbeinern spricht die Zehnjährige aus vollem Herzen.
Foto: © ms 

Egelsbach - Seit 2008 ist es permanent „fünf vor zwölf“ für den Tier-Rettungs-Dienst Frankfurt im Ringen um den Fortbestand der Tierherberge. Bislang haben die Tierschützer sich noch immer erfolgreich gewehrt – zuletzt gegen die Abrissverfügung zum 31. Dezember. Von Holger Borchard

Die Luft wird aber zusehends dünner für den Verein, der das Heim für zirka 70 Hunde am Rande des Flugplatzes betreibt. Mittlerweile zwei Fachämter der Kreisverwaltung lassen nicht locker im Bemühen, die vor rund 40 Jahren illegal im „Außenbereich“ der Gemeinde gebaute Einrichtung aufzulösen. Im Januar erreichte der Streit, der längst das Verwaltungsgericht Darmstadt beschäftigt, die nächste Eskalationsstufe: Aus dem Kreishaus in Dietzenbach erging die Verfügung, keine weiteren Tiere mehr aufzunehmen und den Hundebestand zum 15. April aufzulösen. Der Anordnung hat der Verein postwendend juristisch widersprochen – ihr „Sofortvollzug“ hängt somit von der Entscheidung der Verwaltungsrichter ab, die im Lauf der nächsten zwei Wochen erwartet wird. Unabhängig davon läuft an beiden Fronten das Hauptverfahren weiter. Streitobjekte: die baurechtliche Grundlage einerseits, die tierschutzrechtliche Betriebserlaubnis andererseits. „Ich hoffe, dass wir noch dieses Jahr klare Rechtsaussagen bekommen“, erklärt Rechtsanwalt Thomas Krampol, ehrenamtlicher Justiziar des Vereins.

„Bauaufsicht und Veterinäramt des Kreises gehen mit gebündelten Kräften gegen uns vor“, bedauert Petra Franci, Vorsitzende des Tier-Rettungs-Dienstes Frankfurt. „Uns bleibt da gar keine andere Chance, als den Gerichtsweg zu beschreiten und einen weiteren öffentlichen Hilferuf zu starten gegen so viel Behördenwillkür, die uns seit 2008 mürbe macht.“ Was die Tierschützer so frustriert, ist das Gefühl, gegen Windmühlen zu kämpfen. „Das Bauamt verweigert die baurechtliche Genehmigung für die vorhandenen Hundeunterkünfte, das Veterinäramt stellt sich auf den Standpunkt: keine Betriebserlaubnis ohne baurechtliche Grundlage“, beschreibt Franci das argumentative Hamsterrad, in das der Verein getrieben werde. Noch unredlicher indes als den Vorwurf, keine geeigneten Hundequartiere zu haben, empfinde der Vorstand den Vorwurf, es stehe kein qualifiziertes Personal zur Verfügung. „Das ist schlicht unwahr – alles was wir vorlegen, wird seitens der Behörden schlicht ignoriert“, ärgert sich Franci.

Juristisch höchst fragwürdig, weil in der Praxis ein schlechter Witz, ist aus Sicht der Tierschützer die Rechtsgrundlage, die die Amtsveterinäre neuerdings bemühen: „Sie unterstellen Auslandstierschützern wie uns, dass die Vermittlung von Hunden gegen eine Schutzgebühr in der Absicht erfolgt, Gewinn zu erzielen“, sagt Franci. „Die Wahrheit ist doch, dass medizinische Untersuchungen, die Blutentnahme fürs Reiseprofil, Kastration, Impfungen und vor allem die Futterkosten nicht mal ansatzweise durch die Vermittlungsgebühr abgedeckt werden.“ Für 2012 stünden Ausgaben von rund 230.000 Euro für die Tierherberge zu Buche, denen bei 281 vermittelten Hunden rund 65.000 Euro auf der Einnahmenseite gegenüberstehen. Klarer Fall: „Wir sind absolut auf Spenden angewiesen und können uns gar nicht auf vermeintliche Kompromisse einlassen, die in unseren Augen nichts anderes als Erpressung sind“, betont Franci. „Wer von uns verlangt, ein Bekenntnis zu nie dagewesener Gewerbetätigkeit abzulegen, das uns die Gemeinnützigkeit kostet, gibt uns den Todesstoß.“


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Zeitungsberichtcfi | 13.03.2013

Frankfurter Rundschau (14.02.2013)


















60 bis 70 Hunden, von denen viele aus dem Ausland kommen, gibt die Tierherberge vorübergehend eine neue Heimat.  Foto: Monika Müller

Dem Heim für Hunde droht das Aus

Von Christoph Manus
Die Egelsbacher Tierherberge kämpft gegen ein Nutzungsverbot. Damit eskaliert ein seit Jahren schwelender Konflikt um die Einrichtung, in der 60 bis 70 Hunde betreut werden. Die Tierschützer sind empört.Geht es nach dem Kreis Offenbach, sind die Tage der Tierherberge Egelsbach gezählt. Die Bauaufsicht hat den Betreiber der Einrichtung, den Tier-Rettungs-Dienst Frankfurt, aufgefordert, den Tierbestand bis 1. April dieses Jahres aufzulösen und die Gebäude abzureißen.

Der als gemeinnützig anerkannte Verein, der sich aus Spenden und Beiträgen finanziert, ist gegen beide Verfügungen vor Gericht gezogen und hat Petitionen an den Hessischen Landtag verfasst. Er sammelt zudem Unterschriften für eine Erteilung der Betriebserlaubnis. Damit eskaliert ein seit Jahren ausgetragener Konflikt um die Rechtmäßigkeit der Einrichtung, in der stets 60 bis 70 Hunde betreut werden, erneut.

Kreis: Gebäude illegal errichtet
Der Kreis argumentiert, dass es sich bei der Tierherberge um illegal errichtete Gebäude im Außenbereich handele. Für die habe es nie eine Baugenehmigung gegeben. Es fehlten auch die rechtlichen Voraussetzungen für den vom Verein lange geplanten Neubau auf dem Gelände, weil kein Bebauungsplan für das Areal existiert. Um dem Verein entgegenzukommen, habe der Kreis Ende 2011 einen sogenannten Abräumvertrag angeboten, nach dem die Tierherberge noch genau drei Jahre hätte bleiben dürfen, bevor sie das Gelände verlassen muss. Doch den habe die Tierherberge abgelehnt.
Weil keine Baugenehmigung erteilt werden könne, fehle auch eine entscheidende Voraussetzung für die tierschutzrechtliche Genehmigung. „Außerdem wurde bis heute keine Erlaubnis für den gewerbsmäßigen Tierhandel beantragt“, heißt es in einer Erklärung des Kreises. Diese aber sei notwendig, wenn die Tierherberge auch weiterhin Tiere aus dem Ausland aufnehme und gegen Entgelt abgebe.

Tierschutz, nicht Handel
Die Tierschützer sind empört. „Offensichtlich versucht man den Fortbestand der Tierherberge mit allen, nach Ermessen unserer Anwalts auch rechtswidrigen Mitteln jetzt auch von Seiten des Kreisveterinäramts Offenbach zu verhindern“, schreiben sie in einem offenen Brief. Bei der Tierherberge handele es sich eindeutig nicht um einen Gewerbebetrieb. „Selbst die medizinischen Standarduntersuchungen und die Futterkosten für ein einzelnes Tier werden durch die Vermittlungs- oder Schutzgebühr nicht ansatzweise gedeckt“, behauptet der Verein.

Diese Schutzgebühr betrage, je nachdem, ob der Hund kastriert sei oder nicht, 250 oder 280 Euro, sagt Cornelia Finkbeiner, Pressesprecherin des Vereins. Die Betreuung der Hunde, die in der Herberge in Gruppen gehalten werden, koste aber mehr als 200 Euro pro Monat. Von Hundehandel könne auch schon deshalb keine Rede sein, weil der Verein mit seinen fünf fest Beschäftigen auch Hunden mit Handicaps Unterschlupf biete. Diese stammten etwa aus Tötungsstationen von Hundefängern im Ausland. Eine Schutzgebühr sei zudem notwendig, damit Tiere nicht allzu leichtfertig aufgenommen werden.

Das Handeln der Kreisbehörden nennt Finkbeiner unverständlich und nicht mehr nachvollziehbar. Jahrelang habe das Veterinäramt die Betriebserlaubnis erteilt. „Jetzt ist alles anders.“ Das Angebot des Kreises noch drei Jahre bleiben zu dürfen, dann aber die Tierherberge aufgeben zu müssen, sei nicht ausreichend gewesen, sagt Finkbeiner. Ein neues Gelände für die Tiere zu finden sei sehr zeitaufwendig.


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Zeitungsberichtcfi | 11.03.2013

mein Südhessen (07.02.2013)

Beitrag von Claudia Betzholz

Besuch in der Tierherberge Egelsbach

Die Tierherberge Egelsbach ist ein kleines Tierheim, direkt am Waldrand neben dem Flughafen Egelsbach. Seit Mai 1981 ist die Tierschutzorganisation als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Die Tierherberge hat sich im Laufe der Jahre zu einer zeitweiligen Heimat speziell für Hunde entwickelt. Diese werden dort nicht, wie sonst oft üblich, einzeln gehalten sondern in verschieden großen Gruppen. Ca. 70 Hunde warten dort darauf, ein neues zu Hause zu finden.

Es war im Mai 2012 als meine Freundin Chantal sagte, dass ich heute mit ihr und ihrem Papa einen Ausflug machen dürfte. Ziel: die Tierherberge Egelsbach, dort dürfe man mit Hunden Gassi gehen. Es war mein Glückstag! Ein Traum schien für mich wahr zu werden, denn schon lange wünschte ich mir, mein Leben mit Hunden zu verbringen. Also war ich sehr auf den Ausflug gespannt.

Als wir ankamen wurden wir von vielen Hunden schwanzwedelnd empfangen. Mit einem durften wir Gassi gehen, es machte riesig viel Spaß und zu Hause mussten mir meine Eltern versprechen, dass wir am Wochenende gemeinsam hinfahren werden. So geschah es auch. Seither fahren wir meist zweimal die Woche dahin – bei Wind und Wetter! Unsere Begleiter wechseln, aber darüber gleich mehr.

Beim ersten Besuch lag in der Tierherberge ein Infoheft aus. Ich nahm es mit und zu Hause las ich alles durch. So erfuhr ich, dass man die Möglichkeit hatte, Patin eines Hundes zu werden. Die Idee gefiel mir, wenn ich schon keinen eigenen Hund haben durfte, so wollte ich wenigstens einen Patenhund haben. Meinen Eltern teilte ich mit, dass ich mir in Egelsbach einen Patenhund aussuchen möchte und dafür auf einen Teil meines Taschengeldes verzichten werde.

Endlich kam das Wochenende! Aber an dem Tag sah es gar nicht gut aus. Alle kinderfreundlichen Hunde waren schon unterwegs. Doch scheinbar sah man mir meine Enttäuschung so sehr an, dass die Mitarbeiterin sagte, dass wir mit Lisi eine kleine Runde gehen dürften. Sie hatte ein gebrochenes Bein und war operiert worden. Gleich schloss ich Lisi ins Herz und fragte nach dem Spaziergang, ob ich von ihr Patin werden darf. Es war möglich und so vereinbarten wir den Vertrag zum ersten Juni. Zwischenzeitlich ging ich immer wieder mal mit ihr spazieren und hatte viel Spaß. Doch genau am ersten Juni wurde sie nach Hause geholt. Sie war vermittelt worden.

Ich war geschockt, aber ich freute mich auch für Lisi. Ich entschied eine neue Patenschaft zu übernehmen. Es war Cooper, ein toller Schäferhundmischling, der trotz seiner zehn Jahre sehr lauffreudig war. Diese Patenschaft war etwas sehr besonderes! Ich bemerkte, dass ich Hunde im Leben brauche, sie sind wie ein Teil für mich!!! Ich war so froh und hatte immer so viel Spaß mit Cooper. Doch nach ungefähr drei Monaten, ich kam gerade aus dem Sommerurlaub und wollte Cooper besuchen, da erfuhr ich dass auch er vermittelt worden war.

Das Team empfahl mir die Patenschaft von Dorle zu übernehmen. Erst war ich etwas skeptisch, denn Dorle wollte anfangs gar nicht schmusen, doch mit jedem Spaziergang liebte ich sie mehr ... es war einfach nur wunderschön. Ich hatte so viel Spaß, und sie ist dann so etwas wie ein Teil meines Herzens geworden!!! Aber dann geschah die größte Katastrophe, sie bekam Knochenkrebs!!! Bei jedem Besuch konnte ich sehen, wie es ihr schlechter ging. Aber eine kleine Runde machten wir jedes Mal und Streicheleinheiten wollte sie mittlerweile auch von mir.
Doch Dorle war zu schwer krank, ich musste Abschied von ihr nehmen.

Danach überlegte ich, ob ich noch mal eine Patenschaft machen sollte. Aber ich wollte weitermachen, trotz aller Tränen!
Also sprach ich wieder mit dem Team der Tierherberge. Ich bekam verschiedene Hunde vorgestellt: Andi, Schnuffel, Ax und Sinja. Ich wollte am Anfang Schnuffel auf keinen Fall, denn ich traute mir nicht zu, einen blinden Hund zu führen. Aber dann bin ich mit ihm spazieren gegangen und ich hatte mich in ihn verliebt!!! Jetzt bin ich sehr glücklich.
Schnuffel genießt die Spaziergänge mit mir aber noch mehr genießt er es, wenn ich ihn nach jedem Spaziergang bürste. Ich glaube er würde stundenlang bewegungslos da sitzen, wenn ich so lange bürsten würde.

In der Tierherberge vorbei zu schauen lohnt sich.



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Zeitungsberichtcfi | 11.03.2013

Offenbach-Post (23.01.2013)

Schon wieder geht’s um die Existenz

Egelsbach - 2012 war kein leichtes Jahr für die Tierherberge: Über Monate drohte das Kreis-Bauamt mit der Schließung zum 31. Dezember. Deren Vollzug konnten die Tierschützer zum Glück per Mediation vor dem Verwaltungsgericht abwenden. Von Holger Borchard

2013 könnte noch schlimmer werden – es geht schon wieder um die Existenz: Das Kreis-Veterinäramt verweigert die Betriebserlaubnis und fordert die Auflösung des Hundebestands zum 1. April. Den Kampf um die Existenz sind Mitglieder und Vorstand des Tier-Rettungs-Dienstes Frankfurt, der das Heim für rund 70 Hunde nahe des Egelsbacher Flugplatzes betreibt, mittlerweile gewohnt. Doch jetzt wird die Luft für den Verein immer dünner.

Die Atempause in der juristischen Auseinandersetzung mit dem Bauamt war nur kurz, nun schießt sich eine weitere Kreis-Behörde auf das Hundedomizil ein. Das Kreis-Veterinäramt verweigert die Betriebserlaubnis – nachdem es diese mehr als 30 Jahre lang ohne Beanstandung erteilt hat. Begründung: Die Tierherberge sei ein Gewerbebetrieb, die Vermittlung der Hunde „gegen eine Schutzgebühr“ erfolge mit Gewinnerzielungsabsicht.
„Offensichtlich versucht man, den Fortbestand der Tierherberge mit allen Mitteln zu verhindern“, stellt Pressesprecherin Cornelia Finkbeiner kopfschüttelnd fest. „So sind wir schon wieder gezwungen, viel Geld für den Gang vor Gericht und einen Anwalt auf den Tisch zu legen.“ Immerhin sei der Jurist, der den Verein vertrete, guter Dinge, dass das Kreis-Veterinäramt rechtswidrig vorgeprescht und folglich zu stoppen sei. Seit Mai 1981 ist der Tier-Rettungs-Dienst Frankfurt als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Mit Blick auf seine Anlage nahe des Egelsbacher Flugplatzes nutzt ihm das jedoch nichts: Dort ist streng genommen kein einziges Brett legal angebracht – ein Zustand, der seit Errichtung in den 1970er Jahren wie ein Damoklesschwert über der Einrichtung schwebt.

Mehr als 8000 Unterschriften für Erhalt der Tierherberge
Das Kreis-Bauamt hatte dies einerseits über drei Jahrzehnte toleriert, andererseits stets betont, dass Zeit nichts an der Illegalität im Außenbereich ändere – und im vergangenen Jahr zum „großen Schlag“ ausgeholt. Die Abrissverfügung zum 31. Dezember konnte der Verein im Mediationsverfahren am Verwaltungsgericht Darmstadt abwenden. Zudem reichte er nach eigenen Angaben mehr als 8000 Unterschriften für den Erhalt der Tierherberge im Kreishaus ein.

„Was jetzt seitens der Behörde geschieht, widerspricht allem, was im Zuge der Mediation im September 2012 vereinbart worden ist“, betont Finkbeiner. „Da haben sich beide Seiten darauf geeinigt, das Thema Betriebserlaubnis noch einmal unter Berücksichtigung neuester Rechtssprechung und aller aktuellen Daten, die wir zur Verfügung stellen können, zu prüfen und zu bescheiden.“ Der Tier-Rettungs-Dienst habe darauf dem Veterinäramt alle angeforderten Daten und Bescheinigungen umgehend geliefert, so Finkbeiner. Dieses freilich habe in der Folge jegliche Absprachen ignoriert. In einem neuen Schreiben untersagte das Amt der Tierherberge mangels Betriebsgenehmigung mit sofortiger Wirkung die weitere Aufnahme von Hunden und ordnete die Auflösung des Tierbestands zum 1. April an.
„Dieses Vorgehen negiert die aktuelle Rechtsprechung ebenso wie unsere dem Amt vorliegende Begründung des Widerspruchs gegen die verweigerte Betriebserlaubnis einschließlich der Vorlage aller geforderten Unterlagen“, konstatiert Cornelia Finkbeiner. „So geht es nicht! Deshalb haben wir neben der Einleitung juristischer Schritte eine neue Petition an den hessischen Landtag samt Anschreiben an Parteien und Abgeordnete verfasst.“

„Seriöser Tierschutz wird kaputtgemacht“
Was den Tierschützern die Fassung raubt, ist die von den Behörden zusammengebastelte vermeintliche Rechtsgrundlage: „Inzwischen unterstellen die Amtsveterinäre deutschlandweit Auslandstierschützern wie uns ein Gewerbe. Sie stellen sich auf den Standpunkt, dass die Vermittlung der Tiere in ein liebevolles Zuhause ,gegen eine Schutzgebühr’ einen Gewinn darstelle“, so Finkbeiner. Die Realität sehe freilich ganz anders aus: „Medizinische Standarduntersuchungen oder die Blutentnahme fürs Reiseprofil, Kastration, Impfungen und vor allem das Futter für ein einzelnes Tier werden durch die Vermittlungs- oder Schutzgebühr nicht ansatzweise abgedeckt.“ Der Vorwurf des Gewinnstrebens sei geradezu lächerlich. „Wir sind nach wie vor auf Spenden angewiesen – das Finanzamt erteilt uns doch nicht aus Jux den Freistellungsbescheid und spricht uns Gemeinnützigkeit zu.“

Das Vorgehen der Ämter treffe selbst große und transparent arbeitende Organisationen, weiß Finkbeiner. „So wird seriöser Tierschutz kaputtgemacht und mit illegalem Handel und Hinterhofzüchtern über einen Kamm geschoren.“ Der Verein strebe nach wie vor die Erteilung der Betriebserlaubnis ohne Einschränkung nach Paragraf 11 des Tierschutzgesetzes an. Abgesehen davon stecke man in der Sackgasse: „Wir planen schon lange einen Neubau. Aber hier dürfen wir nicht, und woanders will man uns nicht.“

2007 habe der Verein erstmals den Antrag auf Neubau gestellt, erinnert die Sprecherin. „Der wurde stets abgelehnt und die Suche nach einem anderen Standort ist extrem schwierig.“ So habe die Flugplatz GmbH ein Ausweichgelände in Erzhausen angeboten, doch die dortige Gemeindevertretung der Umsiedlung einen Riegel vorgeschoben, bedauert Finkbeiner. „Unter dem Strich haben wir schon 50 Kommunen angeschrieben und genau so viele Absagen bekommen.“
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Zeitungsberichtcfi | 11.03.2013

Frankfurter Neue Presse (19.01.2013)

Tierschützer kämpfen um die Existenz

Der Einrichtung hinter dem Flugplatz Egelsbach wurde die Betriebserlaubnis entzogen

Der Fortbestand der Egelsbacher Tierherberge steht auf der Kippe. Die Verantwortlichen versuchen alles, das drohende Aus abzuwenden. Von Nicole Jost

Egelsbach. Erica, Queenie, Eliot und Lupo sind nur vier der Hunde, die in der Tierherberge in Egelsbach ein hoffentlich nur vorübergehendes Zuhause gefunden haben. Gemeinsam mit rund 65 weiteren Artgenossen warten die Hunde auf ein neues Herrchen, Frauchen oder am liebsten eine ganze Familie.

Seit einiger Zeit zittern die Verantwortlichen des Betreibervereins Tier-Rettungs-Dienst-Frankfurt jedoch um die Zukunft des Tierheims hinter dem Flugplatz Egelsbach. Seit Mai 1981 ist die Tierschutzorganisation als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt – die Gebäude waren allerdings all die Jahre nur geduldet. Die Hiobsbotschaft kam dann von der Kreisbaubehörde: Bis zum Dezember 2012 sollte der Verein das Gelände räumen – in der Fachsprache heißt das Sofortvollzug.

Antrag auf Neubau
Wir haben schon 2007 den Antrag auf einen Neubau gestellt, der wurde immer abgelehnt", erklärt Pressesprecherin Cornelia Finkbeiner. Auch die Suche nach einem anderen Standort gestaltet sich schwierig. "Es gab ein Ausweichgrundstück, das uns die Hessische Flugplatz GmbH angeboten hatte. Das hat aber die Gemeinde Erzhausen abgelehnt", bedauert Finkbeiner. Insgesamt hat der Verein 50 Gemeinden angeschrieben und ebenso oft Ablehnung erfahren. Den Sofortvollzug konnten die Tierschützer abwenden, dank einer Mediation hat das Kreisbauamt diese Forderung zurück gezogen.

Neues Problem
Jetzt hat der Verein aber ein neues Problem: Das Kreisveterinäramt verweigert ihm die Betriebserlaubnis. "Das Amt kündigt an, die weitere Aufnahme von Tieren zu untersagen und zum 1. April unseren Tierbestand aufzulösen, da für unser Tierheim die erforderliche Genehmigung fehle", erklärt Cornelia Finkbeiner die Brisanz. "Das Veterinäramt hat uns erklärt, dass wir mit den Hunden ein Gewerbe betreiben. Dabei sind wir ausschließlich Tierschützer, und das Geld, das die neuen Besitzer für die Hunde bezahlen, deckt in den seltensten Fällen die Kosten."

Die Verantwortlichen der Tierherberge sahen sich daher erneut gezwungen, eine Entscheidung auf dem kostenintensiven Gerichtsweg herbeizuführen. Ebenso erfolgte die Eingabe einer Petition beim Hessischen Landtag. "Wir planen schon lange einen Neubau, aber hier dürfen wir nicht, und woanders sind wir auch nicht gewollt", bedauert Finkbeiner. Jetzt gelte es erst einmal, alles daran zu setzen, dass die Tierherberge nicht aufgelöst wird, damit die 70 Hunde nicht ohne ein Dach über dem Kopf dastehen.


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